Der Auftrag zum Frieden
Friede ist mehr als die Abwesenheit von Krieg oder Gewalt. Er steht für Sicherheit, Gerechtigkeit und ein respektvolles Miteinander. Er zeigt sich in Ruhe, Sicherheit und im gerechten Miteinander von Menschen. Frieden kann Harmonie, Gelassenheit und Ausgeglichenheit bedeuten – wie ein stiller Tag ohne Gewitter.
Der Prophet Jesaja berichtet nicht nur das Gott Frieden schenkt. Er ruft die Israeliten auch dazu auf, selbst alles aus dem Weg zu räumen, was den Frieden verhindert. Diese Aufforderung gilt bis heute: Jeder ist berufen, aktiv Frieden zu stiften – für sich persönlich, in seinem persönlichen Umfeld und in der Gesellschaft.
Der Gottesdienst fiel auf den 21. September, den Internationalen Friedenstag, den die Vereinten Nationen jährlich ausrufen, um weltweit an Gewaltfreiheit, Versöhnung und friedliches Zusammenleben zu erinnern. In diesem Zusammenhang sprach Priester André Pahl ein besonderes Friedensgebet, in dem die Gemeinde für Frieden in Familien, in der Gesellschaft und in der Welt bat. Damit wurde die biblische Botschaft des Jesaja mit einem aktuellen globalen Anliegen verbunden.
Unzufriedenheit in der Gesellschaft
Die Predigt machte deutlich: Unsere Gesellschaft ist auch von Ungerechtigkeit, Selbstsucht und wachsender Unzufriedenheit geprägt. Steigende Lebenshaltungskosten, Belastungen im Gesundheitssystem oder politische Diskussionen führen dazu, dass viele Menschen oft nur noch den Unfrieden wahrnehmen. Dabei wird leicht übersehen, dass wir in einem der reichsten Länder der Welt leben – und dass es unzählige Menschen gibt, die aktiv Gutes tun.
So organisieren Ehrenamtliche am Heiligen Abend am Leipziger Hauptbahnhof eine Armenspeisung und setzen damit ein bewusstes Zeichen gegen reinen Geschenkekonsum. Andere engagieren sich für den Schutz von Kindern, die nicht selten unter dem Verhalten Erwachsener leiden. Viele setzen sich auch für Geflüchtete ein, die vor Krieg fliehen mussten, und helfen ihnen, in unserer Gesellschaft Fuß zu fassen.
In diesem Zusammenhang erinnerte die Predigt an eine Aussage von Bezirksapostel Storck:
„Liebe Freunde, verlasst den Weg der Dankbarkeit nicht.“
Dankbarkeit ist ein Schlüssel zum inneren Frieden. Wer die Haltung der Dankbarkeit verlässt, der öffnet dem Unfrieden die Tür – im persönlichen Leben ebenso wie in der Gesellschaft.
Bekenntnis zum Guten
Christen sind aufgerufen, für das einzustehen, was sie als richtig erkannt haben. Dabei geht es nicht um persönliche Meinungen, sondern um das, was im Licht des Glaubens als richtig erkennbar ist. Das ist ein entscheidender Unterschied.
Die Gebote Gottes geben hierfür eine klare Orientierung: Vater und Mutter ehren – als Ausdruck von Generationengerechtigkeit –, nicht töten, nicht stehlen, kein falsches Zeugnis ablegen, nicht begehren. Wer sich an diesen Maßstäben ausrichtet, schafft Frieden. Die Gebote sind eine verlässliche Grundlage für ein gerechtes und friedliches Miteinander.
Darüber hinaus gilt: Starke Gemeinschaften lassen Unfrieden und Böses nicht zu. „Einander dienen“ ist kein leeres Wort – heute würden wir sagen: solidarisch miteinander sein. Dort, wo Menschen füreinander einstehen, hat das Böse keinen Raum.
Frieden durch Gemeinde
Friede wächst, wenn Gemeinde aktiv gefördert und gelebt wird. Dabei ist es wichtig, dass die Gaben der Einzelnen eingebracht werden – jedoch nicht um jeden Preis. Es geht nicht primär darum, dass sich jeder individuell verwirklicht oder seine speziellen Fähigkeiten auslebt, denn das kann schnell zu Spannungen und Unfrieden führen.
Die Gemeinde ist die Gemeinschaft der Gläubigen und Getauften. Ihre zentrale Aufgabe besteht darin, hinzugehen, zu lehren und zu taufen. Sie ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um Frieden zu stiften und das Evangelium von Jesus Christus sichtbar zu machen.
Jesus als Vorbild
Es bleibt die Frage, wie wir all das, was wir gehört haben, in unserem Alltag umsetzen können. Jesus selbst hat gezeigt, wie Frieden Gestalt annimmt:
Er verteidigte die Ehebrecherin (Joh 8,1–11).
Er berührte den Leprakranken und schenkte Heilung (Mk 1,41).
Er führte Zachäus zur Umkehr und zum Teilen (Lk 19,1–10).
Diese Beispiele laden auch heute dazu ein, mutig einzutreten und andere zu verteidigen – nicht nur Freunde oder Menschen, die uns sympathisch sind –, und allen offen zuzuhören, zu berühren und zu teilen.
Die Taufe von Frank Meiner
Nach der Sündenvergebung empfing Frank Meiner die Heilige Wassertaufe. Er hatte sich bewusst für diesen Schritt entschieden, nachdem er seinen Glauben geprüft und den Wunsch geäußert hatte, neuapostolisch getauft zu werden und später auch die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen.
Der Gemeindevorsteher bezeichnete ihn – altersbedingt – als „großen Bruder“. Große Brüder tragen Verantwortung: Sie beschützen die kleineren Brüder, wenn diese sich zu weit herauslehnen, und stehen ihnen als Ratgeber zur Seite. Auch Frank ist nun berufen, diese Aufgaben innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen zu erfüllen.
Als Taufwort erhielt Frank 1. Timotheus 4,16:
„Hab acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken! Denn wenn du das tust, wirst du dich selbst retten und die, die dich hören.“
Paulus’ Brief an Timotheus war nicht nur ein apostolischer Auftrag, sondern auch ein freundschaftlicher Rat voller Weisheit. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass Jesus Christus alles ist: Ohne ihn verliert selbst beruflicher oder persönlicher Erfolg seinen Sinn. Jesus gibt dem Leben Orientierung und Bedeutung.
Gemeindevorsteher Priester Sebastian Kräher lud Frank ein, gemeinsam den Blick auf das gemeinsame Ziel zu richten – die Wiederkunft Jesu – den Kernpunkt des christlichen Glaubens.
Das Wasser der Taufe ist dabei nicht nur Symbol, sondern ein geheiligtes Zeichen des Neuanfangs. Es nimmt die Last der Vergangenheit hinweg und bekräftigt Gottes Versprechen, dass er für den Getauften da ist. Mit der Taufe wird Frank Teil der Gemeinde Christi, die ihn auf seinem Glaubensweg begleiten und unterstützen wird.
Der Gottesdienst endete mit Gebet und Segen – getragen von der Botschaft des Friedens und der Freude über die Aufnahme eines neuen Bruders in Christus.
Neuapostolische Kirche